epiphytische Kakteen

 

Wildformen

Epiphytische Kakteen haben ihre Heimat in den feuchten und halbtrockenen tropischen und subtropischen Zonen Mittel- und Südamerikas, wo sie Bäume und Felsen der Wälder und vor allem die von Wolken durchzogenen Berghänge bis etwa 3500 m Höhe besiedeln. Es sind die Habitate, in denen auch Orchideen und Bromelien wachsen. Im Gegensatz zu den bekannten Kakteen der Trockengebiete haben sie teilweise ihre Sukkulenz verloren und sind auf den ersten Blick mit ihren oft flachen Trieben kaum noch als Kakteen zu erkennen.

Etwa 125 botanische Arten mit Unterarten und Varianten sind derzeit anerkannt.

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Epiphyllum phyllanthus ssp. rubrocoronatum  – mehr Bilder in der Galerie

 

Epikakteen

Epikakteen sind Zuchtformen, die überwiegend aus Arten der heutigen Gattung Disocactus (frühere Gattungen Heliocereus, Nopalxochia, Disocactus und Aporocactus) hervorgegangen sind. Auch Arten der Gattungen Epiphyllum, Selenicereus und Hylocereus sind bei der Zucht beteiligt worden, wenn auch in weit geringerem Maße. Die häufig verwendete Trivialbezeichnung Epiphyllum-Hybriden oder „Epiphyllen“ ist zwar gelegentlich für diese Sorten auch heute immer noch in Gebrauch, vor allem im englischsprachigen Raum, ist aber falsch, da Epiphyllum nur vergleichsweise selten bei den Kreuzungen berücksichtigt wurde. Auch der noch sehr gebräuchliche Name „Phyllokakteen“ sollte vermieden werden, da die einstige Gattung Phyllocactus Link 1831 aus Prioritätsgründen zugunsten von Epiphyllum Haworth 1812 fallen gelassen werden musste und im botanischen Sinne keinen Bestand mehr hat.

Epikakteen haben mit die größten und farbenprächtigsten Blüten des Kakteenreiches. Die Blütengrößen reichen von ca. 5 cm bis über 30 cm im Durchmesser bei fast ebensolchen Längen. Die Züchtungen sind mit einem Sortennamen versehen und können auf Antrag des Züchters bei der Epiphyllum Society of America (ESA) registriert werden.

 

Gliederkakteen

Auch von den Gattungen Schlumbergera (S. truncata, S. russelliana, S. orssichiana) und Rhipsalidopsis (R. gaertneri und R. rosea) wurde eine Vielzahl an Sorten gezüchtet. Sie stellen die gärtnerisch und wirtschaftlich bei weitem wichtigste Gruppe der Kakteen dar und werden jedes Jahr in Millionen von Exemplaren in Blumenläden, Bau- und Supermärkten als „Weihnachtskakteen“ (Schlumbergera) und „Osterkakteen“ (Rhipsalidopsis, diese wurden früher der Gattung Hatiora zugeordnet) in allen erdenklichen Blütenfarben zwischen weiß und magenta angeboten.

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Schlumbergera-Hybride ‚Pastel‘ – Weihnachtskaktus  – mehr Bilder in der Galerie